Wer kümmert sich um die Kinder und Jugendlichen unserer Stadt, wenn sie in Notsituationen geraten und keine angemessene Hilfe von ihrer Familie erwarten können? Sie werden in der Jugendhilfestation Stiftung Scheurer in Bensberg aufgefangen. Seit 2014 finden Mädchen und Jungen von 12 bis 18 Jahren hier einen geschützten Platz mit fachlicher und intensiver Betreuung. Genauer gesagt gibt es eine 24-Stunden-Betreuung an 365 Tagen im Jahr für 12 junge Menschen, hinzu kommt ein Notbett. Inobhutnahme nennt man das im Fachjargon der Jugendhilfe. Träger dieser Einrichtung ist die GL Service gGmbH.

Es geht um Kinder und Jugendliche, die beispielsweise Traumata oder Missbrauch erlitten haben, die verwahrlost sind oder die ihre Eltern verloren haben.

v.l. Vera Werdes, Brigitte Holz-Schöttler, Marcel Kreutz, Sabine Hellwig, Diedra Nejady, Jochen Witting, Marta Bähner-Sarembe, Frank Stein, Sarah Bähner, Ute Stauer und Nikolaus Kleine

 

Die meisten Mädchen und Jungen bleiben nur vorübergehend in der Einrichtung. In dieser Zeit geht es schwerpunktmäßig darum, zu klären, wo das Kind bzw. die/der Jugendliche entwicklungsmäßig steht, was sie/er für eine bessere Zukunft braucht und wie es gelingt, den bisherigen Kreislauf zu durchbrechen.
„Aufgrund unseres kurzfristigen Angebotes mit einer Verweildauer von 3 bis 6 Monaten, wollen wir es den Heranwachsenden so leicht wie möglich machen, unsere Jugendhilfestation in Richtung einer anderen Wohnform, wieder verlassen zu können. Daher sind eine professionelle Nähe und Distanz zu den Jugendlichen sehr wichtig. Demzufolge liegt der Schwerpunkt eher im Aufbau einer Arbeitsbeziehung, als dass wir Beziehungsarbeit leisten“, erläutert Jochen Witting, Leiter der Stiftung Scheurer.

Rund 70 Prozent der Mädchen und Jungen gehen anschließend in eine Folgeeinrichtung, der Rest geht zurück zur Familie.

„Eine unbezahlbare Aufgabe leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Scheurer für unsere Gesellschaft. Hier finden junge Menschen in Not einen sicheren Zufluchtsort“, betont Brigitte Holz-Schöttler. Sie ist stellvertretende Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Bergisch Gladbach, selbst freiberufliche Pädagogin und kennt die vorbildliche Arbeit der Stiftung seit Jahren. Deshalb hatte sie den Besuch des Arbeitskreises für Soziales, Wohnungswesen, Demografie und Gleichstellung von Frau und Mann ihrer Fraktion initiiert. Gemeinsam mit dem städtischen Dezernenten für Jugend und Soziales Frank Stein und der Fachbereichsleiterin für Jugend und Soziales Sabine Hellwig trafen sich die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit dem Leiter der Stiftung Scheurer Jochen Witting und seiner Stellvertreterin Diedra Nejady vor Ort zum Austausch und zur Besichtigung der Einrichtung.