v.l. Ute Stauer, Ursula Nantke und Lutz Urbach

„Ich nehme den Preis stellvertretend an für rund 60 Hospizbegleiterinnen und -begleiter allein in Bergisch Gladbach und auch stellvertretend für alle anderen, die diese wertvolle Arbeit leisten. Ich gebe nicht nur, ich bekomme auch viel von den Menschen, um die ich mich kümmere“, betont Ursula Nantke (Mitte).

Bürgermeister Lutz Urbach ehrte Ursula Nantke sie im Hospizzentrum des ambulanten Hospizes – Die Brücke – mit der Ehrennadel in Silber der Stadt, um ihr Engagement zu würdigen. Bei der Auszeichnung war auch die SPD-Stadträtin Ute Stauer (links) dabei, auf deren Initiative die Ehrung zurückgeht. Ursula Nantke ist es zu verdanken, dass es Sterbehelferinnen und Sterbehelfer in Bergisch Gladbach gibt. Vor rund 30 Jahren begann sie mit ihrer Tätigkeit und überzeugte viele weitere Menschen, sich für dieses Ehrenamt einzusetzen.
Die langjährige Vorsitzende des Hospizvereins hat sich auch sehr für die Inklusion der Menschen mit Behinderung eingesetzt. Sie ist ein Gründungsmitglied des Clubs Behinderter und ihrer Freunde Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. (CBE) und sorgt seit 42 Jahren mit dafür, dass sich die Situation für Menschen mit Behinderung verbessert. 1976 gründete Nantke, die selbst stark gehbehindert ist, zusammen mit ihrem Mann Jürgen Nantke den Club. 1982 wurde ihr die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihr großes Engagement im CBE verliehen.
Zudem hat sich die Bergisch Gladbacherin bereits seit den 1980er Jahren bei der „OMEGA – Regionalgruppe Bergisch Gladbach“ im Rahmen einer Bürgerinitiative engagiert. Die ehrenamtlichen OMEGA-Mitglieder tragen dazu bei, dass die Würde eines sterbenden Menschen bis hin zum Tod unangetastet bleibt. Die OMEGA-Regionalgruppe Bergisch Gladbach ging 2002 in dem Verein „Evangelische Hospizinitiative Bergisch Gladbach e.V.“ auf. Auch hier war Ursula Nantke Gründungs- und Vorstandsmitglied. Der Verein verstand sich von Anfang an konfessionell übergreifend. Um die überkonfessionelle Arbeit noch stärker zu betonen, kam es 2010 zur Namensänderung des Vereins. Er nannte sich fortan „Hospiz – Die Brücke – Ambulantes Hospiz Bergisch Gladbach im Diakonischen Werk e.V.“. Von 2010 bis 2017 war Frau Nantke im Vorstand dieses Vereines als stellvertretende Vorsitzende tätig. 2017 gab sie ihr Vorstandsamt ab. Allerdings setzt sie weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit fort.
Daneben engagiert sie sich nach wie vor als Sterbebegleiterin, um Menschen den letzten Lebensweg zu erleichtern. Ihre Arbeit erfolgt im Rahmen des palliativen Netzwerks im Rheinisch-Bergischen Kreis und sie ermöglicht es Sterbenden, würdevoll in ihrer vertrauten Umgebung zu Hause zu sterben und dabei die nötige Aufmerksamkeit und  Zuwendung zu bekommen.

„Frau Nantke und die anderen Begleiterinnen und Begleiter vom Hospizverein unterstützen die Sterbenden und ihre Angehörigen auf feinfühlige Art und Weise. Dies ist vielen Menschen in schweren Lebenslagen eine große Unterstützung. Deshalb war es uns ein besonderes Anliegen, Frau Nantke und mit ihr die Hospiz-Bewegung für die Verleihung der Silbernen Ehrennadel vorzuschlagen“, bekräftigt Klaus W. Waldschmidt, Vorsitzender der SPD-Fraktion Bergisch Gladbach.