Großer Andrang beim Bürgergespräch bezüglich der Wilhelm-Klein-Straße

Am Ende standen die interessierten Bürgerinnen und Bürger sogar auf den Fluren, so überaus groß war der Andrang zum ersten Bürgergespräch der SPD Refrath. Weit mehr als 100 Menschen waren der Einladung zur Diskussion über die weitere Nutzung der Parkanlage an der Wilhelm-Klein-Straße gefolgt. Die Erwartungen der Partei wurden am Mittwochabend, dem 05.September, weit übertroffen.

Die Gemüter waren erregt, das Interesse groß. Viele Teilnehmer waren der Ansicht, die Würfel seien gefallen, der Verkauf und die Bebauung eines der beiden letzten kommunalen Grundstücke der Stadt bereits beschlossene Sache. Peter Hoffstadt, Vorsitzender der SPD in Refrath, versuchte jedoch mit Nachdruck zu beruhigen: „Die Sache ist noch nicht beschlossen!“

Doch zunächst ging es um die Fakten. In Kurzvorträgen gaben Andreas Ebert, Mariana Kriebel und Wolfgang Leuthe Informationen über den Stand der Dinge. Der Bergisch Gladbacher SPD-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Ebert sah ein entscheidendes Problem in der „Nachverdichtung, die das Stadtbild verändert. Es geht immer mehr Grün verloren“. Er kam zu dem Schluss, dass es immer weiter Nachverdichtung geben werde, aber die Frage nach der Steuerbarkeit dieser Prozesse von Bedeutung sei. Er verwies darauf, der Park befinde sich auf schwierigem Baugrund.

Mariana Kriebel, Vorsitzende des Stadtelternbeirates, betonte die Beliebtheit Refraths bei Familien mit Kindern und die zunehmend schwierige Wohnungssuche angesichts der hohen Miet- und Immobilienpreise. Familien seien darauf angewiesen, dass beide Elternteile arbeiten. Dringend benötigt werden Räumlichkeiten zur Schaffung von langfristigen Betreuungsmöglichkeiten, um den Wunsch der Eltern nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht zu werden.

Den ökologischen Wert des sogenannten Westentaschen-Parks mit etwa 2.600 Quadratmetern unterstrich der Garten und Landschaftsarchitekt Wolfgang Leuthe. Die auf dem Park befindlichen 27 Bäume und Sträucher sind laut Leuthe für die Lebens- und Umweltqualität des Ortes äußerst wichtig. Sauerstoffproduktion, CO2-Bindung und die Verbesserung des Mikroklimas, aber auch der optische Nutzen und der Ort als sozialer Treffpunkt seien hier zu erwähnen.

In der anschließenden interaktiven Runde erhielt das Publikum schließlich Gelegenheit, die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten der Grünanlage in Gruppenarbeit zu diskutieren und durch Punktvergabe zu bewerten. Die Mehrheit der Anwesenden war sich einig darüber, dass die Grünanlage erhalten bleiben sollte. Eine kleine Gruppe wollte einer möglichen Bebauung nur mit sozialer Bindung zustimmen. Über den weiteren Verlauf der partei-internen Diskussion zur Grünanlagen-Thematik in Bergisch Gladbach versprach die SPD Refrath zu berichten.

Text und Bild: Theodora Zouroufidou